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19.12.2017

Rede beim Global Landscapes Forum

Porträtbild von Barbara Hendricks
Bundesministerin Barbara Hendricks sprach über die Schlüsselrolle des Landnutzungssektors bei der Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels und des fortschreitenden Biodiversitätsverlustes.

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrte Frau Präsidentin Gurib Fakim,
sehr geehrte Frau Ministerin für Umwelt und natürliche Ressourcen Lina Pohl,
sehr geehrter Herr Exekutivdirektor Herr Solheim,
sehr geehrte Frau Senior-Direktorin Kemper,
sehr geehrter Herr Generaldirektor Nasi,
sehr geehrte Exzellenzen,
sehr geehtre Damen und Herren,

es ist nun etwas mehr als ein Jahr her, dass wir uns zum letzten Global Landscapes Forum (GLF) in Marrakesch zusammengefunden haben.

Bei der dortigen Abschlussveranstaltung hat Deutschland angekündigt, ab 2017 Gastgeber des Global Landscapes Forum in Bonn zu sein und dem Forum für die kommenden Jahre eine neue Heimat zu geben.

Heute heiße ich Sie nun in Bonn willkommen und freue mich, dass wir diese Ankündigung gemeinsam mit den Organisatoren in die Tat umsetzen konnten. Das Global Landscapes Forum stellt aus meiner Sicht eine perfekte Ergänzung für die UN Stadt Bonn dar.

Die internationale Ausrichtung auf die globale Klima-, Umwelt- und Entwicklungspolitik ist eine unverkennbare Gemeinsamkeit zwischen dem Global Landscapes Forum und Bonn. Und ich habe keinen Zweifel, dass sich hierdurch auf allen Seiten wertvolle Synergien ergeben werden. Die Herausforderungen sind enorm, die der Klimawandel, der Verlust natürlicher Ressourcen sowie der Biodiversität an die globale Gemeinschaft stellen. Wenn wir diese Herausforderungen meistern wollen, dann müssen wir den Landnutzungssektor ins Zentrum unseres Engagements stellen.

Es gibt aktuell eine Vielzahl unterschiedlicher Prozesse, die es sich zur Aufgabe machen, die globalen Umweltkrisen zu lösen. Die wichtigsten formalisierten Prozesse sind die bekannten Rio-Konventionen

  • zur Klimawandelminderung und Anpassung,
  • zum Schutz der biologischen Vielfalt und
  • zum Kampf gegen die Ausbreitung von Wüsten.

Die freiwilligen Prozesse wie die New York Declaration on Forests oder die Bonn Challenge zur Wiederherstellung von Wäldern liefern ebenfalls einen wichtigen Beitrag, insbesondere zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele und der Agenda 2030. Sie sehen also: Es gibt eine Menge Raum für Synergien, Austausch und Zusammenarbeit. Wichtig ist dabei, dass man sich auf effektive Maßnahmen einigt und dabei auch Kompromisse und Trade-Offs abwägt. Denn es ist zum Beispiel nicht alles, was im Klimaschutz machbar wäre, gleichzeitig auch gut für den Schutz der biologischen Vielfalt. Hier müssen wir also zu klugen Lösungen kommen.

Wir müssen uns über das Ausmaß der vor uns liegenden Herausforderung bewusst sein. Nur weil sich die internationale Gemeinschaft zum Beispiel auf der Pariser Klimakonferenz auf das 2-Grad-Ziel geeinigt hat, heißt das noch nicht, dass jetzt alle an einem Strang ziehen. Wir werden bei den jährlich stattfindenden Klimaverhandlungen auch in Zukunft um Formulierungen ringen. Dass wir damit aber Erfolg haben können, das haben wir vor etwas mehr als einem Monat hier in Bonn auf der COP 23 unter Beweis gestellt. Und dass wir in diesem Bemühen nicht nachlassen werden, das haben wir genau vor einer Woche auf dem Klimagipfel in Paris noch einmal bestätigt, zu dem der französische Präsident Macron eingeladen hatte.

Das Global Landscapes Forum ist meiner Meinung nach ein wichtiger Ideengeber. Es ist die weltweit größte unabhängige Aktionsplattform für den Landnutzungssektor. Sie schaffen und bündeln die so dringend benötigte Expertise. Und Sie ermöglichen einen strukturierten Dialog aller Akteurinnen und Akteure jenseits nationaler Interessen und Prioritäten. Das Global Landscapes Forum schafft damit Räume für innovative Ideen, die anschließend "on the ground" umgesetzt werden können. Die übergeordnete Zielsetzung lautet "voneinander lernen, miteinander umsetzen".

Die Liste der drängenden Themen ist lang, zu denen ein intensiver fachlicher Austausch in den kommenden Jahren erforderlich ist. Lassen Sie sich mich einige wenige Beispiele nennen:

  • den Wiederaufbau und Schutz von Wäldern und Landschaften,
  • die Verbesserung der Existenzgrundlagen im ländlichen Raum,
  • die nachhaltige Bewirtschaftung von Mooren
  • und nicht zuletzt auch die Beteiligung des Privatsektors durch kreative Investitionsoptionen.

Ich wünsche mir, dass wir diesen Austausch in den kommenden Jahren intensivieren. Und dass dabei besonders das "miteinander Umsetzen" einen breiten Raum einnimmt. Ich bin zuversichtlich, dass das innovative Format, das Sie in diesen Tagen gemeinsam nutzen, zu guten Ergebnissen führt und wünsche Ihnen allen viel Erfolg.

19.12.2017 | Rede Dr. Barbara Hendricks | Berlin